logo_kanalkotzer_frankenpunk

Wer

Mani – Voc.
Tiger – Git.
Hoddling – Bass
Bernd K. – Drums + Voc.

Wann

1983 – 1985

Wo

Feucht

Die Feuchter Hardcore-Pioniere entstanden 1983 aus Teilen von Abnorm, Stickstoff und Krach. Inspiriert von Discharge und Vorkriegsphase wüteten sie sich durch brutal-schnelle Hasstiraden.

Mannis markante Stimme und Tigers Staubsaugergitarre, kombiniert mit Hoddlings (auch “Wüstling” genannt) Hornissenbass und Bernd K´s stets davongaloppierendem Schlagzeug, brachten eine ungeheure Energie hervor, die leider nur allzu selten live zu bewundern war. Man könnte das auf die ansonsten chronische Antriebslosigkeit von einem dreiviertel der Band-Belegschaft zurückführen. Eine geplante Plattenveröffentlichung scheiterte aus dem gleichen Grund.

Kurz nach der Umetikettierung in Der letzte Dreck war dann auch Schluss und Manni blieb als einziger (vorerst) dem Punk und (bis heute) der Musik treu. Nach kurzen Projekten wie Engel der Vernichtung (kurz: “E.d.V.” mit Ralf vom 7. Versuch Fanzine), Türme die sinken und Rabe Abraxas (Solo) gründete er schliesslich Die Weisse Rose, die in wechselnden Besetzungen bis 2015 bestand.

Die anderen Bandmitglieder kehrten nach der Auflösung in gutbürgerliche Existenzen zurück oder – wie in einem Fall – wurden genau daran durch massive psychische Erkrankung gehindert.

  • Manni: Durch das Andersseinwollen. Durch die Faszination am Selbermachen, am Kaputten, am Rumschmieren, am Dagegensein.
    Durch die geradlinige, aggressive, energievolle Musik. Über die neue deutsche Welle. Über den Freundeskreis. Wir Feuchter sind fast alle gleichzeitig in die Sache eingestiegen. Einer hat den anderen mitgezogen. Es war eine sehr prägende, eindrucksvolle Zeit.

  • Manni: Ich habe mir seit einigen Jahren den Wunsch erfüllt “Straight Edge” zu sein. Ich fand es schon immer sehr reizvoll,daß es in der Punkbewegung so einen kleinen gegensätzlichen Pol gibt, der mir sehr entspricht. Ein Gegenpol zu dem Klischee Drogen, Alkohol, Zigaretten, abgefuckt sein…
    Ansonsten bin ich heutzutage immer noch ein beständiger Verweigerer von Dingen, die mir vorgesetzt werden. Wie zum Beispiel Auto, Plastikmüll, Handy, Fliegen, Konsumrausch, Tierische Nahrungsmittel, Alkohol (s.o.).
    Keine Ahnung ob das Punk ist, “Öko” wäre wohl passender. Ich bin vielseitiger geworden. Musikalisch, wie auch sonst.
    Irgendwann hatte ich keine Lust mehr äußerlich auffällig zu sein, was früher einen großen Anteil am Punklebensgefühl für mich ausgemacht hat.
    Der Musik fühle ich mich immer noch verbunden und Bands wie Raw Power (Lieblingslied: “State Opression”), Indigesti, MDC etc. entsprechen sehr meinem Energielevel.

  • Manni: Beim Improtheater. Mit dem Mountainbike irgendwo in der Hersbrucker Schweiz. Bei meiner Freundin in Fürth. Beim Yoga.
    Beim “Zero Hero” in Nbg. Gostenhof einkaufen. Beim Musik machen mit Vulkantaucher. Bei der ganzen bunten Vielfalt, was das Kulturgeschehen hier in der Region hergibt. Elektronische Musik machen mit meiner Freundin (noch ganz frisch).
    Und auch noch ganz frisch ein Solomusikprojekt (wieder mehr Punk/HC) namens Manische Sagen. Was unter anderem durch Ralfs Frankenpunk-Seiten inspiriert wurde und den Geist aus früheren Zeiten zu mir herrübergeweht hat. Mit so einer schönen Mischung aus Verwurzelung und dem Jetzt.

  • Manni: Keine Ahnung.Lief eigentlich alles glatt.

  • Manni: Weiß ich leider auch nicht. Ich habe wenig Vergleichsmöglichkeiten.

Fotos © Ralf Lexis.

Kanalkotzer - Texte