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Wer

Hüpfi Hübner – Voc.
Harry Goth – Git. + Voc.
Peter Loy – Git.
Manni Herzog – Bass
Bernd Breidenstein – Drums

Wann

1998 – heute

Wo

Fürth

Irgendwann im Sommer des letzten Jahrhunderts fühlten sich fünf untalentierte, aber dennoch ambitionierte Bauernlümmel aus dem Landkreis Greuther Fürth dermaßen von ihrem tristen Dasein und dem grauen Alltag gewürgt, dass sie beschlossen, eine Tanzkapelle zu gründen um Geld zu verdienen, um ihre horrenden Verluste bei Sportwetten zu egalisieren. Man kaufte sich das “Alles”-Heft und wurde in der Rubrik “Frustrierte Musiker verschenken Ihre Instrumente für wenig Geld” bald fündig. In einem düsteren Keller in Ammerndorf donnerten alsbald Turkeys Wirbel durch die Gemäuer, die berühmten drei Akkorde von Harry`s Gitarre und Mannis bollernder Bass spazierten flink dazu, begleitet vom animalischen Geschrei der Bläägwaffeln Olli und Hüpfi.

Aus anfänglicher Einfallslosigkeit wurden die Songs zuerst noch von etablierten Größen wie Michael Holm oder Fritz Zwingel ausgeliehen und mit eigenen Texten versehen, die einem beim Wandeln mit offenem Gehör tagtäglich in der fränkischen Einöde zufliegen, z.B. am Stammtisch, Sportplatz, in der örtlichen Kläranlage oder beim Gsundheitsschattessen bei der Konfirmation eines rotznäsigen Neffens.

Anfangs noch unter dem Namen “Die vollgschpeiten Rigipsplatten” versuchten sie, die Musikstile “Prächtig-provokant-prasselnder-Proll-Prosa-Punk” und “Grausam-grob-grollender-Grattler-Grunge” zu vereinen.
Ihr erstes großes Ziel war, Antworten auf die existenziellen Fragen der Musikbranche zu finden, die da lauten:

  • Wie lange kann man das Publikum ärgern und beschimpfen, bevor man verprügelt wird ?
  • Wie schlecht muß man spielen, damit man nicht mehr eingeladen wird ?
  • Wieviel Schnaps muß man trinken, um zwanglos von der Bühne abzuschmieren ?
  • Warum ist es am Rhein so schön ?

Wie auch immer, der erste Auftritt wäre am Herzogenauracher Freibadfest gewesen, fiel aber aus, weil “Ausmacher” Harry aufgrund überhöhter Promillewerte am Wachendorfer Feuerwehrfest einen Filmriss erlitt und die gespeicherten Daten am nächsten Morgen nicht mehr abrufbar waren. Somit wartete man im Freibad bei brüllender Hitze vergeblich auf die Band, die von alledem nichts wusste. Wahrscheinlich wars besser so.
Aus diesem Debakel wurden Konsequenzen gezogen: Der Bandname wurde in Die Zwangsversteigerten Doppelhaushälften geändert, um nicht mit irgendwelchen durchgeknallten Kotzbrocken aus der Baumarktszene in Verbindung gebracht zu werden. Der neue Name ist übrigens in den Ammerndorfer Neubaugebieten ein häufig gebrauchtes Wortgebilde.

  • Hüpfi: Wir (ich und mein Freund Olli) waren im Kunstverein und lauschten einem Konzert von Fab Chief aus Fürth – Rock’n’Roll / Punk.
    Dann schmiss der Gerch (Gitarrist der Band) seine Telecaster (= teure Gitarre) ins Publikum. Sie platzte auf einem unbedarften Kopf auf. Wir haben die Frau verarztet mit dem Verbandskasten meines Autos.

    Wir hatten ja nix, außer eine Idee: Das Letzte was wir im Leben machen, ist im Kunstverein zu spielen. Die Gitarre hatten wir. Gerch hat sie nie mehr zurück gewollt.
    Ich fragte Olli: “Was kannst du?”, er sagte: “Nix, aber ich seh´ gut aus und ich will im Kunstverein spielen”. Das war der zentrale Satz.

    Ich lernte nie Gitarre spielen, hab´s aber trotzdem gemacht (zum Teil). Olli sah gut aus, aber nicht mehr lang. Und: Wir haben im Kunstverein gespielt. Und was sonst noch mit zusammen hängt.

    So what? Stimmt alles. To be continued…

  • Hüpfi: Am weißen Sofa. Am besten ohne Frau. Ansonsten in Fürth.

Zwangsversteigerten Doppelhaushaelften - In schamverletzender Weise