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Wer

Ralf

Gastautoren u.a.:
– Hüni
– Wolf

Wann

1981 – 1986

Wo

Feucht

Vollkommen fasziniert vom “Einfach-machen”-Charme (neudeutsch “D.I.Y.”) einiger Fanzines wie Willkürakt, Pretty Vacant und – ja natürlich… – auch der Kacke, zimmere ich 1981 mein erstes Machwerk zusammen. Mutig den Gestank des Flüssigkopierers ignorierend packe ich meine pubertären Ergüsse auf mehrere A4-Blätter, die fix zusammengetackert sind und erstmal keine Sau interessieren.

Parallel zu meinem Geschreibsel ist in Feucht eine Szene entstanden und liefert plötzlich ausreichend Themen: Klatsch und Tratsch, Ärger im Jugendzentrum, Streit über den Musikgeschmack und was machen eigentlich die Nürnberger und Fürther so?

Es entsteht ein bundesweites Kassettenlabel mit gleichem Namen und regelmäßig werden im Feuchter JuZ legendäre Konzerte veranstaltet: Inferno, Fehlstart, Euroschäck, Dunkle Tage, Zapata, C.O.D., Talkin To The Toilet

Den denkwürdigen Abschied bestreitet dann das “Buch der Bands”: Eine Sonderausgabe mit 80 Seiten, jede Seite von einer deutschen Punkband gestaltet. Heftig angegriffen von diversen Kleingeistern (“Macht bloss nicht bei dieser Punkerkartei mit, Boykott, Boykott…” – die Kritiker sind heute natürlich komplett auf Facebook vertreten.) entwickelt sich ein finanzielles Desaster. Die Seitenzahl und der dazugehörige Kassettensampler treiben den Preis derart in die Höhe, das alles auf Selbstkostenbasis verkauft wird. Das bedeutet: Alle nicht verkauften Exemplare sind reines Minus ;-), welches mangels Werbeeinnahmen (Pfui!) natürlich an mir hängen bleibt.

Jahre später haue ich noch für zwei Ausgaben den Aktuellen Rufmord raus, schreibe beim Contra Rem Publicam mit und geniesse entspannt die mittlerweile losgelöste Fanzine-Welle in der Region. Diese hält bis weit in die Neunziger an und wird wenig später durch´s Internet bundesweit abgelöst. Das war´s dann.

  • Definitiv durch die Musik. Weder vorher, noch nachher hat mich etwas so direkt getroffen wie die ersten Platten aus Amerika und England.

    Als ich dann Argee Gleims Box-Set “Guter Abzug”(*) in die Finger bekam war auch klar, wo es hingeht.

    (* Riesige Zusammenstellung von Fotos und Fanzines der ersten Stunde.)

  • Ich lebe mein Leben weitgehend selbstbestimmt und nehme die daraus resultierenden Unannehmlichkeiten in Kauf.

  • Festivals, Konzerte, Kino und wo auch immer sich ein funktionierender Pinball-Automat befindet.

  • Stimmt, da war ja ausser den finanziellen Pleiten noch die investigative Mülleimer-/Weird System-Story, bei der mich ein anderer Fanzine-Macher verpfiffen hat und ganz schnell (und völlig unpunkig) mit dem Anwalt gedroht wurde…

  • Alle hacken aufeinander rum und beklagen anschliessend, dass nix zusammengeht. Jedenfalls war das früher so.